Archiv für Januar 2010

SPIEGEL ONLINE (SPON): Mehr Schein als Sein — Artikelkopien ohne Zusammenhang wertlos!

Freitag, 08. Januar 2010

Da gibt es eine “Unabhängige deutsche Universitätszeitung (duz)”, die sich unter dem Titelthema “Arbeiten wie Aschenputtel” in ihrer Ausgabe Dezember/2009 mit der Gutachtenpraxis deutscher Professoren in der Förderlandschaft auseinandersetzt.

Im Magazin selbst gibt es hierzu vier Artikel zum Thema, von denen zwei auch online bereit stehen.

Der erste stellt sehr informativ die Zusammenhänge dar: “Die netten Peers von nebenan”.

Die ganze Gutachterei läuft normalerweise kostenlos. Und genau dieses Vorgehen wird kritisch hinterfragt. Für größtenteils freiwilliges persönliches Engagement verbraten die Professoren Zeit, die sie eigentlich besser für ihr Kerngeschäft verwenden sollten.

Aber dann würde das ganze Fördersystem zusammenbrechen: Ohne Gutachten keine Förderung. Würden die Gutachten aber honoriert werden, dann würde dieses Geld wiederum den Fördersystemen fehlen.

Fazit: Das ganze System muss reformiert werden.

Der vierte Artikel “Begutachtungen im Sinne von Web 2.0″ ist ebenfalls online verfügbar. Prof. Dr. Tilman Brück bekommt in Form eines Interviews die Gelegenheit, seine Ideen darzulegen, wie mit den “Publishing Methoden” analog Web 2.0 das ganze System der Fördergutachten transparenter und effizienter werden könnte.

Es gibt einen zweiten Artikel, der sich mit den Aktivitäten der European Science Foundation (ESF) auseinander setzt (leider nicht online), die genau so etwas probieren: Research Networking Programmes, was in dem veröffentlichten Interview mit einer fragwürdigen Argumentation vorgeschlagen wird. Ich gehe davon aus, dass die ESF das ganze Thema etwas seriöser angeht, als Prof. Dr. Tilman Brück mit seinem Ansatz im Interview (hat mich irgendwie an Facebook … erinnert).

Der dritte Artikel (leider auch nicht online) beleuchtet das ganze in Form eines Porträts aus der Sicht eines einzelnen Professors.

Wenn man das Interview im Zusammenhang des Themenschwerpunkts der duz sieht, kann man es grade noch gelten lassen. Obwohl es auch Prof. Dr. Tilman Brück gut stehen würde, wenn er auf die Aktivitäten z.B. der ESF verweisen würde und nicht einfach sich fragen lassen würde: “Sind Sie Ihrer Zeit zu weit voraus?” und auch noch antwortet: “… Noch sehe ich keine Ansätze in diese Richtung. …”.

Warum schreibe ich also hier darüber? …

Aufmerksam geworden bin ich durch meinen Feed von SPON. Dort tauchte zuerst der 4. Artikel auf (also das Interview). Er wird zwar bei SPON im Kontext “Arbeitsplatz UNI” aufgeführt, hat aber bei SPON keine direkte Einordnung in den Themenschwerpunkt “Fördergutachten”, so wie bei der duz. Auch wenn man das Interview liest, wird dieser Zusammenhang nicht deutlich. Auch von der “Kostenlos Praxis” ist nicht die Rede.

… weil SPON einfach kopiert und den Zusammenhang auflöst!

Der redaktionelle Rahmen der duz ist bei SPON nicht mehr sichtbar. Dadurch wird das in sich schon fragwürdige Interview zu einer ärgerlichen Nullinformation. Dagegen müsste eigentlich auch  Prof. Dr. Tilman Brück etwas haben. Ob er das weiß?

Hier wäre wirklich die bessere Lösung gewesen, mit einem kurzen Anriss und/oder Zitaten über Links auf die entsprechenden Artikel in der richtigen Reihenfolge zu verweisen und so den Kontext der duz zu bewahren.

… weil SPON an vielen Stellen auch nicht besser ist als Twitter!

Spreeblick.de: Hinweise auf Lesenswertes besser in Blogs als auf Twitter?

Freitag, 08. Januar 2010

Um wirklich Lesenswertes im Internet zu finden, ist Twitter nur bedingt geeignet. Sicher funktioniert das für Hinweise von Menschen, die man im Internet mit den traditionellen Mitteln (Blogs lesen, RSS-Feeds, Rivva und Co. …) sowieso beobachtet. Da kann Twitter effizienter sein.

Spreeblick.de hat einen Artikel auf wirres.de “Brandeins über Google” zum Anlass genommen, einen entsprechenden Kurzhinweis im Blog zu veröffentlichen mit den passenden Bemerkungen zu Twitter.

Meiner Meinung … (mein Kommentar auch auf Spreeblick)

Die Idee geht in die richtige Richtung, bleibt aber auf halbem Weg stecken.

Das was bei Twitter wegen der 140 meistens einfach fehlt, ist ein Hinweis darauf, warum der Meldende den Link als lesenswert hält.

Genau das aber leisten Blogbeiträge. Und genau das fehlt auch hier in dem Artikel. Ein paar Zeilen hätten genügt. Insofern hat Christian (03) m.E. recht.

Ich bin zu diesem Artikel übrigens nicht über Twitter sondern über Rivva gekommen. Und dort ist auch schon vor ein paar Tagen der wirres-Beitrag vorbeigeflogen.

Desweiteren ist das Verbreiten von Links über Twitter gerade für solche Konzepte wie Rivva sehr wichtig.

Deshalb erwarte ich eigentlich von solchen Qualitäts-Blogs wie Spreeblick, dass sie im Zweifel beides tun: Link in Twitter UND eine Kurznotiz im Blog MIT kurzer Bewertung.